Posts tagged ‘ipsum’

25 Apr 2016

Dance for You Magazine 3/2016

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Vor 10, 20 Jahren gab es fast nur abendfüllende Ballette. Seien es klassische Handlungsstücke oder zeitgenössische Werke, stets stieg man tief ein. Eine Herausforderung, nicht nur für Choreografen, auch für das Publikum, das mitunter einen langen Atem brauchte. Heute sind dreiteilige Tanzabende beinahe schon die Regel. Liegt es daran, dass im digitalen Zeitalter schnell wechselnder Kurznachrichten  „Häppchen“ auch auf der Bühne gefragt sind? Oder eifert man großen Namen nach? Ist es vielleicht der vielfach ausgezeichnete Martin Schläpfer, der mit seinen Mehrteilern an der Deutschen Oper am Rhein künstlerisch zum Trendsetter wurde? Was auffällt: Selbst kleinere Kompanien in Greifswald, Bremerhaven oder Osnabrück zeigen dreiteilige Abende. Indem sie Gäste einladen, bringen sie nicht nur eine, sondern diverse choreografische Handschriften auf die Bühne. Das beweist Vielfalt und ist aufregend - vorausgesetzt die Kompanien sind herausgefordert, Neues zu wagen und wachsen über sich hinaus.Vor allem im ländlichen Raum eröffnen dreiteilige Tanzabende neue Horizonte, wenn sie das altbewährte Spektrum eines Tanzchefs erweitern. Auf urbane „Vielseher“ wirkt diese „Mode“ jedoch auf Dauer ermüdend, vor allem dann, wenn die Stücke in keinem inhaltlichen oder künstlerischen Zusammenhang zueinander stehen. Oder wenn ein renommierter Gast engagiert wird und die anderen Produktionen wie ungeliebtes Beiwerk notdürftig über die Bühne gehen. Manch einer macht es sich da einfach, große Kunst sieht anders aus.  Weiter
25 Mrz 2016

Dance for You Magazine 2/2016

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WANTED! FRAUEN IN CHEFETAGEN. Wo sind eigentlich die Frauen in führenden Positionen der Kultur? Gerade mal ein Dutzend Choreografinnen haben wir heute in Deutschland, nur wenige besetzen eine Top-Position als Ballett- Direktorin. Verglichen mit der Anzahl Mädchen, die sich in Ballettschulen und Tanzakademien ausbilden lassen, ist das nichts. Wie kommt es zu diesem Mangel? Bedeutet der Begriff einer „guten Tänzerin“ etwa nur, „gutes Mädchen“ auf die Bühne zu sein? Ein verlängerter Arm des kreativen, männlichen Kopfes? Frauen haben durch Technik und Expressivität stark zur historischen Entwicklung des Balletts beigetragen. Doch bis heute fördert und fordert eine Tanzausbildung von Mädchen mehr die reproduktive als die kreative Seite. Die Betonung liegt auf Optik und Virtuosität. Kommt die kreative, choreografische Entfaltung von Tänzerinnen also zu kurz? Oder sind Frauen einfach nur nicht selbstbewusst genug? Wie kann es sein, dass Frauen weltweit nicht den gleichen Status erreicht haben wie Männer, die mit einer überwältigenden Mehrheit hohe Positionen in der künstlerischen und administrativen Führung halten. Wie brisant das Thema ist, sieht man an den Reaktionen, mit denen die Tanzwelt auf ein Zitat aus einem Interview mit dem renommierten Choreografen Akram Khan reagierte. Mit seinem Statement: „We don´t need more female choreographers for the sake of it“, brachte er nicht nur Journalisten, sondern auch rund 400 Tanzschaffende gegen sich auf, die einen offenen Brief an Khan unterzeichneten. Am 21.1.2016 veröffentlichte „The Stage“ das Schreiben. Das Credo: Es muss sich etwas ändern, schließlich können wir können nicht darauf warten, dass ein Wunder von oben kommt. Weiter